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Server Management: ein Vergleich zwischen Plesk, Froxlor und EHCP

vom gridscale Team
tutorial - Server Management: ein Vergleich zwischen Plesk, Froxlor und EHCP

Server Management – Übersicht und Vergleich

Einen Web- oder Mailserver betreiben? Das ist heute keine große Kunst mehr. Zwar hat sich auf dem europäischen Hosting-Markt insbesondere eine lizenzpflichtige Verwaltungs-Software als Standard durchgesetzt, dennoch lohnt es sich, Alternativen des Server-Managements zu betrachten.
In diesem Artikel zum Server-Management werden zunächst die beiden Open-Source-Projekte EHCP und Froxlor vorgestellt und anschließend die kostenpflichtige Software Plesk. Es folgt eine Übersicht über die Funktionen und Features der jeweiligen Produkte.

Geläufige Features eines Control Panels für das Server-Management

Die einzelnen Features der einzelnen Control Panels unterscheiden sich stark. Allerdings gibt es ein paar Features, die in allen Fällen gleich bleibt:

  • Domain-Verwaltung (Web-Domains, Mail-Domains, etc.)
  • E-Mail-Verwaltung (Adressen, Postfächer, etc.)
  • FTP-Verwaltung (User-Verwaltung, Passwort-Management, Quotas, etc.)
  • Verzeichniszugriff über das Web-Interface (Web-FTP)
  • SSH-User- und Key-Management
  • Datenbank-Verwaltung
  • Backup-Verwaltung und Automatisierung
  • Logfile-Zugriff und –Reporting
  • App-Installer (WordPress, etc.)
  • Auslastung der Server (Monitoring)
  • SSL-Verwaltung, teilweise automatisierte Erstellung von Zertifikaten mit Diensten wie Let’s Encrypt
  • Ticketsysteme für Kunden oder User


Bei Plesk, dem einzigen kostenpflichtigen Produkt in diesem Vergleich, sind einige der genannten Features nur mit Premium-Zugang verfügbar – noch ein Grund mehr, sich näher mit den Open-Source Alternativen zu beschäftigen.

Froxlor

Nach Plesk ist Froxlor die am meisten verwendete Server-Management-Lösung auf dem deutschen Markt – und das nicht zu Unrecht. Sie bietet fast genauso so viele Features und läuft zudem bemerkenswert stabil.

Entstanden ist das Projekt Froxlor, welches damals noch unter dem Namen Fork lief, im Februar 2010. Es wurde von ehemaligen Mitgliedern des SysCP Projekts mit der Idee zur Schaffung einer leistungsstarken und kostenfreien Serververwaltungssoftware, die ohne notwendige Vorkenntnisse installiert werden kann, entwickelt. Es sollte dem Nutzer die Möglichkeit bieten, die Kernfunktionen des Servers über ein Webinterface zu bedienen. Das ist ihnen gelungen: Nach nur knapp 7 Jahren ist Froxlor auf dem deutschen Markt nicht mehr wegzudenken. Und auch in anderen Ländern gewinnt es zunehmend an Beliebtheit. In Amerika befindet es sich bereits auf Platz 3 und bildet somit gemeinsam mit den kostenpflichtigen Softwarelösungen CPanel und Plesk die Marktspitze.

Zielgruppe für Froxlor sind vor allem Serverbetreiber, welche Webspace in Verbindung mit Datenbanken und E-Mail anbieten. Froxlor bietet den Betreibern die Möglichkeit Reseller und Customer zu verwalten und entsprechende Rechte zu verteilen.

Mit Plesk lässt sich PHP auch direkt im Webinterface verwalten. Hierbei kann man nicht nur die php.ini für jede Domain einzeln ändern, sondern auch die zu nutzende PHP Version.

Des Weiteren unterstützt Froxlor einen zukunftssicheren Betrieb des Servers mit nativem Support von Multistack (IPv4 und IPv6). Hier können für jede IP alle Ports frei konfiguriert und Diensten zugeordnet werden.

Außerdem bietet Froxlor Support für SSL Zertifikate. Es können nicht nur bestehenden Zertifikate den einzelnen Projekten zugeordnet, sondern auf Wunsch auch neue kostenlose Zertifikate mit nur einem Klick erstellt werden. Hierbei nutzt Froxlor die Dienste von Let’s Encrypt.

Froxlor bietet ebenfalls eine Statistik über die Höhe des verbrauchten Traffic pro User pro Anwendung (HTTP, FTP, Mail…) und unterstützt nicht nur bei der Abrechnung, sondern auch beim Planen von Ressourcen. So lässt sich frühzeitig erkennen, ob z.B. die Bandbreite eines Servers dem Nutzerverhalten von Kunden entspricht oder ob diese eventuell erweitert werden sollte.

Zukünftig kann man eigene Datenbanken auch direkt aus dem User Interface von Froxlor bearbeiten und einsehen. Wie bei Domains und Webspaces lassen sich für Kunden bei Datenbanken zudem Begrenzungen festlegen. So kannst du zum Beispiel einem Kunden für ein Paket maximal 10 Datenbanken erlauben. Benötigt dieser mehr, kannst du einfach im laufenden Betrieb über dein Interface die Quota erhöhen (APT Paket Verfügbar).

Froxlor lässt sich in der aktuellen Version auf folgenden Linux Distributionen installieren:

  • Gentoo
  • Debian (APT Paket Verfügbar)
  • Ubuntu (APT Paket Verfügbar)
  • OpenSUSE
  • SUSE Linux
  • FreeBSD

Zum Testen von Froxlor, ist hier das Tutorial zum Installieren auf einem Ubuntu Server zu finden.

EHCP

EHCP steht für “Easy Hosting Control Panel” und ist wie Froxlor ein Open-Source-Projekt. Auch wenn EHCP in Deutschland noch relativ unbekannt ist und optisch vergleichsweise weniger modern wirkt als die Mitbewerber, bietet es dennoch zahlreiche hochwertige Funktionen.

Im Gegensatz zu Plesk setzt EHCP ausschließlich auf Maria-DB und lässt sich bisher nur auf Ubuntu und Ähnlichen installieren. Dabei sollte auch im Hinterkopf behalten werden, dass EHCP im Vergleich zu Froxlor noch ein junges Projekt darstellt und sich womöglich erst auf dem Markt etablieren muss.

Auch EHCP bietet Features wie SSL Zertifikatsverwaltung und Quota-Handling. Doch es gibt das ein oder andere Feature, das nur EHCP bietet. Beispielsweise ist das Template für das Admin Panel vollständig modifizierbar. So kann jeder (mit gewisser Menge an PHP-Vorwissen) ein eigenes Backend bauen. Hierzu sind mehrere Vorlagen und Anleitungen verfügbar. Außerdem lassen sich nicht nur die Rechte nach Reseller, Customer und Admin festlegen, auch die Menüs sind flexibel anpassbar. So kann man dem Kunden je nach Bedarf ein eigenes Interface zur Verfügung stellen. Damit können Funktionen hervorgehoben werden, welche eher zum Projekt des Kunden passen, anstatt der selten genutzten oder irrelevanten Funktionen.

Außerdem bietet EHCP eine BackUp Automatisierung an. Allerdings werden dafür (bislang) nur interne Storages unterstützt. Kommt es zu einem Hardware Fehler, wäre das BackUp demnach wertlos.

Die automatische Abrechnung der Kunden mit vorher festgelegten Preisen ist der nächste Milestone bei EHCP und wird möglicherweise mit dem nächsten Release veröffentlicht. Als Zahlungsdienstleister wird hier höchstwahrscheinlich PayPal zum Einsatz kommen.

Wie auch Plesk lässt sich EHCP über einen Auto Installer installieren. Allerdings schlägt die Installation häufiger fehl, wenn bereits Software vorinstalliert ist. Daher ist es empfohlen, EHCP auf einem neu installierten Server zu nutzen.

Wie die Installation im Einzelnen abläuft, wird in dem Artikel „EHCP auf Ubuntu installieren“ erläutert.

Plesk

Im März 2015 wurde Plesk zu Odin|Plesk. Wenn es nach dem Entwickler Parallels ginge, hätten sie es nur in „Odin“ umbenannt. Allerdings ist der Name „Plesk“ inzwischen so gut etabliert, dass sie sich damit keinen Gefallen getan hätten. Als dann einige Monate später die komplette Sparte an den amerikanischen Software Hersteller Ingram verkauft wurde, wurde der Name Plesk Odynx eingeführt, der bis heute noch aktuell ist.

Plesk ist in diesem Vergleich das einzige kostenpflichtige Tool. Außerdem ist es das einzige Tool, welches sich auf Windows Server betreiben lässt. Hostest du auf Windows Servern, ist die Entscheidung also ziemlich einfach. Das ist auch ein Grund, warum Plesk über 75% des europäischen Marktes belegt. Trotz der relativ teuren Lizenz bieten viele Anbieter Plesk ohne Aufpreis zu ihren Server-Angeboten an. Ein weiterer Pluspunkt für Plesk ist die native Unterstützung von Docker-Images. Dadurch kann man ohne viele Vorkenntnisse von den Vorteilen profitieren.

Ähnlich wie Froxlor bietet Plesk mittlerweile einen 1-Click Generator für SSL Zertifikate an, ebenfalls in Verbindung mit Let’s Encrypt.

Plesk überzeugt durch ein gut durchdachtes Interface, welches intuitiv zu bedienen ist. Dieses ist häufig einer der Gründe, weshalb Kunden nicht zu Froxlor oder EHCP wechseln, da deren Interfaces teilweise eher gewöhnungsbedürftig sind. Allerdings rückt vor allem Froxlor hier zunehmend auf. Zudem bietet Plesk eine Unterteilung in Administratoren, Reseller und Customer. Dazu kommen noch die Unterteilungen Domain-Besitzer und Mail Nutzer, welche bislang einmalig sind.

Plesk unterstützt folgende Betriebssysteme:

  • Debian
  • Ubuntu
  • CentOS
  • RedHat Enterprise Linux
  • CloudLinux
  • Virtuozzo Linux
  • Windows Server

Jeweils die letzten drei Generationen werden jeweils offiziell unterstützt.

Wie man einen Server mit Plesk aufsetzt, ist in dem Artikel „Plesk auf Ubuntu installieren“ genau erklärt

Zusammenfassung

Wenn nicht gerade Windows benutzt werden, fällt die Entscheidung mittlerweile schwer – gerade da es heutzutage viele Alternativen gibt, wenn es um Server Management geht. Gerade Froxlor stiehlt Plesk immer weiter die Show.

Welche Software man einsetzt hängt im Endeffekt persönlichen Vorlieben ab. Warum nicht einen Cloud Server deiner Wahl erstellen und die 3 hier vorgestellten Lösungen einfach mal austesten? Bei gridscale dauert das nur wenige Sekunden. Starte einfach deinen eigenen Server auf gridscale.io. Mehr Informationen wie gridscale genau funktioniert sind in unserem Tutorial „How to gridsacle“ zu finden.

Hier die Tutorials zu Froxlor, EHCP und Plesk im Überblick:
Froxlor installieren auf Ubuntu 16.04 LTS
EHCP installieren auf Ubuntu 16.04
Plesk installieren auf Ubuntu 16.04 mit dem Plesk Autoinstaller

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