Karlsruher Verkehrsverbund: Ohne Umweg in die Cloud


Webseite:
kvv.de
Branche:
ÖPNV
Verwendete Produkte:
  • Virtual Machines
  • Windows Server
  • Private Netzwerke
  • Snapshots
  • PaaS (Postgres)
Kundensysteme auf gridscale:
  • Elektronische Fahrplanauskunft (EFA)
  • Ticket-Apps
  • Echtzeitdatenverarbeitung
Über den KVV:

Mit seinen insgesamt 260 Linien trägt der KVV – Karlsruher Verkehrsverbund – maßgeblich zur städtischen Entwicklung Karlsruhes und Umgebung bei.

1992 startete das sogenannte Karlsruher Modell. Darunter verstehen Verkehrsexperten eine Zwei-System-Bahn, bei der Straßenbahn und Eisenbahn verknüpft wurden. Die Stadtbahnzüge können mit der Fahrdrahtspannung der Straßenbahn (750 Volt Gleichspannung) und auch mit der der Eisenbahn (15.000 Volt Wechselspannung) fahren. So können Straßenbahn, S-Bahn und Regionalbahn ineinander übergehen und sogar weit ins Umland verlängert werden.

  • Fahrgäste pro Jahr: ca. 170 Millionen
  • Gesamtlänge der Omnibuslinien: ca. 2.300 km
  • Gesamtlänge der Schienen: ca. 933 km
  • Fahrgeldeinnahmen pro Jahr: 145 Millionen €

Wir konnten mit gridscale unser bereits bestehendes Infrastruktur-Setup problemlos verwirklichen und sind durch die Benutzerfreundlichkeit der Plattform und die schnelle Reaktionsfähigkeit des Teams in Rekordzeit mit dem Projekt fertig geworden.

Maximilian Obenaus, Sachgebietsleiter Digitale Fahrgastinformation, KVV
Herausforderung

Das Karlsruher Nahverkehrsnetz bedeutet viel Informationsbedarf bei den Fahrgästen. Bereits seit 15 Jahren bietet der Verkehrsverbund eine Fahrplanauskunft im Web an. Das Wachstum der Benutzerzahlen hat sich in der letzten Zeit beschleunigt, vor allem durch die rasante Verbreitung von Mobilgeräten. Inzwischen wachsen die Abfragen exponentiell, alle zwei Jahre verdoppelt sich ihre Zahl.

Das hat allerdings kostenträchtige Folgen für den Betreiber und seine IT-Organisation: Alle paar Jahre müssen neue, zusätzliche Server hinzukommen, um dem Wachstum standzuhalten. Zudem gibt es immer mehr zusätzliche Anforderungen an die Funktionen der Fahrplanauskunft, beispielsweise Barrierefreiheit und Echtzeitinformationen mit Geolokalisierung an jeder Haltestelle.

In den letzten Jahren wurde immer deutlicher: Der Betrieb der Fahrplanauskunft mit ihren etwa 12 Millionen Abfragen im Monat ist in Eigenregie kaum noch zu bewältigen. Doch es ist nicht die Fahrplanauskunft allein, die das Team um Maximilian Obenaus, Sachgebietsleiter Digitale Fahrgastinformation, vor besondere Herausforderungen stellte. An die Auskunftssysteme angeschlossen sind weitere Systeme, etwa mehrere Ticketapps, einige Anzeiger der Fahrgastinformation an Haltestellen und nicht zuletzt in jüngster Zeit auch die umfangreiche Echtzeitdatenverarbeitung.

Dem Team war relativ schnell klar: Es musste eine neue und völlig anders gelagerte Lösung her, die einerseits von der bisherigen Infrastruktur vollkommen losgelöst ist und andererseits maximale Flexibilität gewährleistet. „Unsere Anforderungen an die Flexibilität der Prozesse unterscheidet sich stark von dem, was in anderen Branchen üblich ist“, betont Maximilian Obenaus. „Der örtliche Nahverkehr und damit auch der Zugriff auf die Fahrplanauskunft unterliegt ausgesprochen starken Schwankungen.“

Damit meint Obenaus beispielsweise regelmäßig auftretende Spitzen durch den Berufsverkehr oder alljährliche Feste und Events im Verbundgebiet, die zu einem enormen Anstieg der Fahrgastzahlen und damit der Abrufe in der Fahrplanauskunft führen. Hinzu kommen unvorhersehbare Schwankungen durch Wetterbedingungen oder Sperrungen, Umleitungen und vieles mehr. Aus IT-Sicht müssen einerseits hohe Spitzenkapazitäten berücksichtigt werden, andererseits ist häufig unbekannt, wann welche zusätzlichen Ressourcen benötigt werden.

Lösung

In klassischen Rechenzentrums-Infrastrukturen wird dieses Problem durch eine möglichst große Bevorratung von IT-Kapazitäten gelöst. Bei knappen Etats ist diese Lösung allerdings nicht sinnvoll. Die Cloud, in Form von Infrastructure as a Service (IaaS) beim Infrastrukturanbieter gridscale aus Köln, ist hier die bessere Möglichkeit. Denn nur Cloud Computing bietet eine elastische Zuordnung von IT-Kapazitäten und gleichzeitig die kostengünstige Abrechnung: Was genutzt wird, wird bezahlt – mal mehr, mal weniger.

„Wir wollten in die Cloud, um nicht in regelmäßigen Abständen die Dimensionierung der IT-Infrastruktur überdenken zu müssen“, erklärt Maximilian Obenaus. Die Vorteile auf Kostenseite sieht er deutlich, da einerseits Investitionskosten wegfallen und andererseits die operativen Kosten auf die genutzten Ressourcen begrenzt sind.

Die bisherige Lösung schien zudem mit Blick auf die zukünftigen IT-Projekte nicht mehr ausreichend. Unter anderem soll das Verkehrsplanungstool der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und des KVV in eine leistungsfähigere Umgebung verlagert werden. Darüber hinaus wird eine Pendler-App entwickelt, die ein spezielles Backend benötigt. Außerdem war dem Verbund der hohe Servicelevel mit 24×7-Verfügbarkeit und einem optimierten Sicherungskonzept wichtig. So können Serverausfälle vermieden oder wenigstens über das Kopieren eines Images schnell behoben werden.

Warum gridscale?

Für die Auswahl eines Infrastrukturanbieters hat der Karlsruher Verkehrsverbund die Angebote unterschiedlicher deutscher Anbieter geprüft und Testaccounts angelegt, um Benutzeroberfläche und Handling einschätzen zu können. „gridscale hat uns schließlich am meisten überzeugt“, sagt Obenaus „Die Referenzen sprechen für viel Erfahrung und die unkomplizierte Kommunikation war besonders angenehm.“

Vor allem die hohe Kostentransparenz von Cloud Computing und die einfache Mechanik der Datensicherung hat Management und Geschäftsführung letztendlich überzeugt.

Inzwischen ist der Karlsruher Verkehrsverbund ein leidenschaftlicher Cloud-Anwender, niemand will zurück in die mühseligen Zeiten der selbst betriebenen Server.

„Wir konnten mit gridscale unser bereits bestehendes Infrastruktur-Setup problemlos verwirklichen und sind durch die Benutzerfreundlichkeit der Plattform und die schnelle Reaktionsfähigkeit des Teams in Rekordzeit mit dem Projekt fertig geworden“, lobt Maximilian Obenaus den Dienstleister. „Vom Vertragsabschluss bis zum Start der Lösung ist nur ein Vierteljahr vergangen, denn das Tagesgeschäft musste natürlich weiter parallel betreut werden. Auch in den alltäglichen Routinen sind wir schneller, denn neue Server für neue Anwendungen werden in Minuten hinzugefügt und innerhalb weniger Stunden konfiguriert.” Für den Karlsruher Verkehrsverbund führt deshalb der Weg nur noch nach vorne, in Richtung auf weitere Cloud-Innovationen.

Mehr Anwendungsfälle