27.11.2017

gridscale: deutsches Startup baut die Zukunft des Cloud Computing

Ein Interview mit Henrik Hasenkamp, CEO & Mitgründer bei gridscale.io

das gridscale Team

Dieser Beitrag ist Teil unserer "Future of Business" -Reihe, in der wir die führenden Gründer und Führungskräfte an der Front ihrer Branche interviewen, um besser zu verstehen, welchen Problemen die Branche gegenübersteht, welche Trends sich abzeichnen und wie die Zukunft aussieht.

Es folgt ein Interview mit Henrik Hasenkamp, CEO & Mitbegründer von gridscale.io

1.) Was ist die Geschichte von gridscale? Wo und wie habt ihr angefangen?

In den letzten 15 Jahren haben wir, die Gründer Michael, Torsten und ich viel Erfahrung im Hosting- und Cloud-Markt bei anderen Cloud-Anbietern gesammelt. Im Jahr 2014 wurde uns klar, wie komplex und kompliziert die meisten Cloud-Produkte aus der Nutzerperspektive waren, geschweige denn die Preismodelle. Sie waren weit davon entfernt, transparent zu sein und sind schwer zu verstehen. Unsere Partner, Kunden und Mitarbeiter nutzten diese Produkte mit jedem Tag weniger gern, meist aufgrund der nicht intuitiven Schnittstellen. Wir verspürten das Bedürfnis, den Nutzern die Möglichkeit zu geben, Infrastructure-as-a-Service (IaaS) zu nutzen, ohne vorher ein Diplom machen zu müssen! Wir erkannten, dass die positive Entwicklung des IaaS- und PaaS-Marktes (Plattformservices) eine große Chance sein würde, unsere Vision eines einfach zu bedienenden, intuitiven, hochverfügbaren und flexiblen Cloud-Service Wirklichkeit werden zu lassen. Im September 2014 gründeten wir dann gridscale (www.gridscale.io) und bauten eine Architektur, die alle von den Nutzern gesuchten Funktionen vereint. gridscale ging Ende 2015 live. Wir haben es geschafft eine Lösung zu entwickeln, die in der Lage ist, die beste Leistung zum besten Preis auf dem Markt mit der Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität anzubieten, nach der die Benutzer gesucht haben.

2.) Welches spezifische Problem löst gridscale? Für wen löst ihr es?

Wir können uns glücklich schätzen, dass wir mit gridscale eine Reihe von Problemen gelöst haben, von denen wir bereits gesprochen haben. Im letzten Jahr sind wir aber noch einen Schritt weiter gegangen. Wir haben uns nicht nur die Probleme angesehen, die wir für Nutzer, sondern auch für Reseller und Agenturen lösen konnten. Hier fanden wir heraus, dass es keine Cloud-Computing-Lösung gab, die die Verwaltung mehrerer Mandanten in einer Lösung anbieten konnte, auch in Bezug auf die Einrichtung individueller Preise und Funktionen oder die zentrale Abrechnung für ihre Kunden. Sie müssen sich vorstellen, dass z.B. Agenturen, die Webprojekte für ihre Kunden anbieten, große Probleme haben. Sie sehen sich mit einer großen Anzahl von Infrastrukturverträgen mit unterschiedlichen Vertragslaufzeiten konfrontiert, oft mit eingeschränkter Flexibilität bei der Ressourcenskalierung, einem Durcheinander von Zugriffsrechten und so weiter. Mit anderen Worten - es ist ein Chaos!

3.) Was ist eure Lösung für ihr Problem?

Mit gridscale kann man genau die Ressourcen wie CPU-Kerne, RAM und SSD-Speicher kombinieren, die man benötigt und pro Minute bezahlen - ohne länger an vordefinierte Pakete gebunden sein! Neben unserem intuitiven Kernprodukt haben wir für Reseller und Agenturen ein so genanntes "Partnerpanel" entwickelt. Das Partnerpanel ermöglicht die zentrale Verwaltung von Kunden. Diese Partner können jetzt die Preise und Features für ihre Kunden bestimmen und auch von High-End-Features wie dem privaten MPLS profitieren. Die Lösung ermöglicht unseren Partnern auch, selbst als IaaS-Anbieter aufzutreten, da sie von unserer White-Label-Lösung profitieren können. Dies ist insbesondere für Systemhäuser interessant, die nicht nur IT-Berater für Unternehmen sind, sondern auch eigene Soft- und Hardware-Lösungen anbieten. Modernste Technologielösungen wie gridscale helfen ihnen nicht nur, ihr Angebot mit modernen IT-Lösungen zu erweitern, sondern schaffen auch Markenbekanntheit.

4.) Ist das eine große Chance?

Das Marktwachstum in diesem Bereich ist beträchtlich. Der weltweite IaaS-Markt wurde für 2015 auf 16 Mrd. USD geschätzt, wobei der PaaS-Markt noch nicht einmal einbezogen ist. In Europa wurde der Markt mit einem CAGR von 30% gleichzeitig auf 2 Mrd. € geschätzt. Trotz der großen Player wie AWS oder Azure ist der Markt sehr fragmentiert, daher haben neue Player mit in der richtigen Nische ein großes Wachstumspotenzial.

5.) Wie sieht die Zukunft von Cloud Computing aus?

Immer mehr Unternehmen entdecken, dass Cloud Computing IT-Abteilungen wesentlich mehr Flexibilität und Autonomie bietet. IT-Abteilungen sind nicht länger von anderen internen Abteilungen abhängig, z.B. um IT-Ressourcen für ein neues Projekt zu erhalten. Dies führt zu einer enormen Beschleunigung von Entwicklungsprozessen und zu einer wesentlich höheren Innovationskraft von Unternehmen. Es wird nicht mehr so schmerzhaft sein, wie es heute für Unternehmen ist, einfach etwas Neues auszuprobieren und das Projekt im Falle eines Misserfolgs zu stoppen. Insgesamt werden wir eine viel höhere Agilität der IT erleben.

Gleichzeitig werden wir aber auch häufiger auf Sicherheitslücken und den problematischen Umgang mit personenbezogenen Daten stoßen. Hohe Agilität und die hohe Entwicklungsgeschwindigkeit haben den Nachteil, dass die Qualität der Entwicklung darunter leidet. Die zunehmende Anzahl von Entwicklungsframeworks führt dazu, dass Entwickler innerhalb eines spezifischen Frameworks hervorragende Ergebnisse liefern, aber gleichzeitig den vollständigen Stack (einschließlich der Systemumgebung) nicht mehr verstehen. Die Systemumgebung ist jedoch sehr wichtig, damit eine entwickelte Anwendung sicher ausgeführt werden kann.

Daher werden Technologien wie die Container-Virtualisierung (z. B. Docker, Kubernetes, Nomad usw.) zunehmend verwendet, bis hin zur serverlosen Umgebung. Diese Ansätze zur Infrastruktur versprechen eine Lösung für die sicherheitskritischen Systemumgebungen.

6.) Was sind die Top-Tech-Trends, die ihr im Cloud Computing seht?

  • Container-Virtualisierung und die damit verbundenen kontinuierlichen Integrationen
  • Serverless Computing und Function-as-a-Service
  • Clevere PaaS-Dienste die sich autonom an die Entwicklern anpassen

Den Original-Artikel findest du hier.

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Pressekontakt

Nicola Römer
Nicola Römer CMO

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