Mit Cherokee zu deinem Webserver unter Ubuntu 16.04/18.04

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Mit Cherokee zu deinem Webserver unter Ubuntu 16.04/18.04

Webserver
Cherokee unter Ubuntu 16.04/18.04

Der Apache HTTP Server sollte dir als einer der meistbenutzten Webserver im Internet etwas sagen und wir stellen in unserem Tutorial Apache2 auf Ubuntu 16.04/18.04 installieren und u.a. auch in unserem Tutorial LAMP-Server mit PHP 7 und Apache 2.4 auf Ubuntu 16.04 installieren bzw. alternativ hierzu im Tutorial LAMP-Stack auf Ubuntu 18.04 LTS mit PHP 7.2 und Apache 2.4 eine Installations- und Konfigurationsanleitung unter Ubuntu zur Verfügung.

In diesem Tutorial geht es um eine Alternative zum Apache HTTP Server, nämlich um Cherokee. Cherokee ist ein innovativer, funktionsreicher und einfach zu konfigurierender Open-Source-Webserver. Mit seiner benutzerfreundlichen Cherokee-Admin-GUI-Schnittstelle ist er für gesicherte Webanwendungen konzipiert und unterstützt u.a. Technologien wie FastCGI, SCGI, PHP, uWSGI, SSI, CGI, LDAP, TLS/SSL, HTTP-Proxying, Videostreaming, Content-Caching und Traffic-Shaping.
Ich werde dir in den folgenden Kapiteln zeigen, wie du Cherokee auf deinem Ubuntu 16.04/18.04 startklar machst.

Installiere Cherokee

Bevor du mit der Installation beginnst, solltest du dafür sorgen, dass dein Ubuntu up to date ist. Hierzu nutzt du den unten gezeigten Befehl.

apt-get update && apt-get upgrade

Um den Cherokee Webserver aus dem GitHub-Repository erstellen zu können, benötigst du die Tools autoconf, automake und libtool sowie libtool-bin und libssl-dev. Diese fügst du deinem Server mit Hilfe des Befehls hinzu, den du dem unten eingeblendeten Code-Snippet entnimmst.

apt-get install autoconf automake libtool libtool-bin libssl-dev git

Zusätzlich sind die beiden Pakete make und gettext erforderlich. Das make-Paket ist ein Hilfsprogramm für das direkte Kompilieren und mit dem gettext-Paket verfügt dein Server über eine GNU-Programmbibliothek zur Internationalisierung von Software.

apt-get install make gettext

Solltest du Cherokee unter einem Ubuntu 18.04 installieren wollen, dann wäre es zusätzlich noch erforderlich, dass du mit dem folgenden Kommando gewährleistest, dass dein Server über Python verfügt. Andernfalls ignoriere dieses Kommando.

apt-get install python

Mit dem folgenden Kommando ist es dir möglich, den Code von GitHub auszuchecken.

git clone http://github.com/cherokee/webserver.git

Navigiere dich in das aus dem Klonen resultierende Quellverzeichnis namens webserver.

cd webserver

Führe darin dann ./autogen.sh gefolgt von den Optionen –prefix=/usr, –sysconfdir=/etc und –localstatedir=/var aus, um die Umgebung einzurichten und zu generieren.

./autogen.sh --prefix=/usr --sysconfdir=/etc --localstatedir=/var

Kompiliere den Quellcode der Cherokee Software.

make

Installiere im Anschluss daran die Cherokee-Binärdateien, Dokumentation und Weboberfläche.

make install

Wechsle in das weiterführende contrib-Verzeichnis.

cd contrib

Setzt die Rechte der cherokee_init-script-Datei und mache sie somit ausführbar.

chmod 755 cherokee_init-script

Kopiere die cherokee_init-script-Datei unter dem Namen cherokee in das /etc/init.d-Verzeichnis.

cp cherokee_init-script /etc/init.d/cherokee

Anschließend machst du aus der cherokee-Datei ein Start-/Stopp-Skript, indem du die Datei mit dem Befehl update-rc.d in die entsprechenden Runlevel einfügst.

update-rc.d cherokee defaults

Während einer aktuellen Sitzung kannst du die Aktivierbarkeit des Dienstes der cherokee-Datei jederzeit mit dem folgenden Kommando dauerhaft beenden

update-rc.d cherokee disable

Im Gegensatz dazu würde dir der unten gezeigte Befehl dazu verhelfen, den Dienst wieder aktivierbar zu setzen.

update-rc.d cherokee enable

Wenn der Dienst, den das cherokee-Skript bereitstellt, auf aktivierbar gesetzt ist, dann startest du den Service von Cherokee.

service cherokee start

Je nach Bedarf kannst du den Status des Services deines Cherokee Webservers mit dem unten eingeblendeten Kommando prüfen, um sicherzustellen, dass Cherokee auf deinem Server aktiv ist und die Installation erfolgreich verlaufen ist.

service cherokee status

Wenn du die IP deines Servers im Browser deiner Wahl aufrufst, solltest du zudem die Testseite von Cherokee erkennen, wie ich dir mit dem Screenshot unten aufführe.

Cherokee Test Page

Getting started mit Cherokee

Der Cherokee-Webserver bietet ein Web UI, das du via dem Webbenutzer aufrufen und somit den Webserver verwalten kannst. Mit solch einer Schnittstelle hebt sich Cherokee von anderen Webservern ab. Per default kannst du die Loop-Adresse (127.0.0.1) und die Portnummer (9090) der Cherokee-Verwaltungsschnittstelle abhören. Du greifst mit dem cherokee-admin-Kommando auf den Cherokee-Administrator zu, wie ich dir in den einzelnen Kommando-Möglichkeiten unten zeige. Wenn du auf den Cherokee-Administrator mit einer bestimmten IP-Adresse zugreifen möchtest, kannst du das cherokee-admin-Kommando um die Option -b – gefolgt von der betreffenden IP – erweitern. Wenn du die IP-Adresse nicht erwähnt hast, wird sie an alle Schnittstellen gebunden. Ich gehe im Folgenden mit Code-Snippets auf drei mögliche Kommando-Szenarien ein:

1. Standardmäßig wird nur die Loopback-Adresse gebunden.

cherokee-admin

URL zum Webinterface (dem Output zu entnehmen): http://127.0.0.1:9090/

2. Binde eine bestimmte IP-Adresse.

cherokee-admin -b IPAdresse

URL zum Webinterface (dem Output zu entnehmen): http://IPAdresse:9090/

3. Binde alle Schnittstellen.

cherokee-admin -b

URL zum Webinterface (dem Output zu entnehmen): http://localhost:9090/

Dem unten eingeblendeten Screenshot aus meinem Terminal entnimmst du, wie das Output auf solch ein oben aufgeführtes Kommando-Szenario aussehen würde. In meinem Beispiel habe ich das dritte Kommando-Szenario angewendet, habe also alle Schnittstellen gebunden.

Cherokee Web UI via Webbenutzer aufrufen

Wie im Screenshot oben zu erkennen, wird ein Passwort für die spätere Anmeldung im Web UI generiert. Dieses Passwort wird aus Sicherheitsgründen jedes Mal einmalig für die Authentifizierung der Administrationsschnittstelle vergeben.

Der Sicherheit halber solltest du in der Produktionsumgebung den SSH-Tunnel verwenden, wozu dir das im Code-Snippet unten enthaltene Kommando dient.

ssh -L 9090:localhost:9090 remote_IP

Ein selbstsigniertes Zertifikat für TLS/SSL kannst du dann noch mit dem folgenden Befehl erstellen.

openssl req -days 1000 -new -x509 -nodes -out /etc/cherokee/ssl/cherokee.pem -keyout /etc/

Rufe als nächstes in deinem Browser das Web UI nach dem Schema https://localhost:9090 auf, wobei du localhost mit der IP-Adresse deines Servers austauscht. Du wirst dann um die Eingabe von Login-Daten gebeten, wie im Screenshot unten zu sehen. admin ist der Nutzername und das Passwort entspricht dann dem Passwort, dass dir im Output auf das cherokee-admin-Kommando generiert wurde.

Cherokee Web UI Authentifizierung

Daraufhin solltest du auf der Hauptseite des Web UI deines Cherokee Webservers landen.

Cherokee Web UI Home

Ich gehe im Folgenden kurz auf die einzelnen Punkte/Features des Web UI ein, wie sie dir über die oben rechts befindliche Menüleiste zur Verfügung stehen.

Home: Über diesen Menüpunkt gelangst du jederzeit zum Startbildschirm von Cherokee-Admin. Von hier aus kannst du den Webserver starten und stoppen, die Sprache der Konfigurationsschnittstelle ändern, eine kurze Übersicht über den Serverstatus anzeigen, auf den entsprechenden Support zugreifen und die Cherokee-Project-Links kontaktieren.

Status: Hier erhälst du Zugriff auf Nutzungsdiagramme und Statistiken zu jedem virtuellen Host und dem Server als Ganzes.

Allgemeines/General: Hier findest du eine Reihe von Einträgen, die die wichtigsten Konfigurationsoptionen angeben, z. B. den Port (oder die Ports), auf den der Server wartet, das Standard-Timeout, die Unterstützung von Keep-Alive-Verbindungen, das Standardsymbol und die Definitionen des MIME-Typs usw. auf.

vServers: Wenn du möchtest, dass dein Webserver mit mehr als einer Domäne arbeitet, musst du andere virtuelle Server als die Standardserver erstellen. Jeder hat eine völlig unabhängige Konfiguration: Pfade, Verhalten, Protokollierungsfunktionen usw. Beim Starten hast du zunächst nur einen virtuellen Server mit dem Namen default. Du kannst entweder bereits bestehende virtuelle Server klonen (im Screenshot unten Magenta markierte Schaltfläche) oder neue virtuelle Server hinzufügen (im Screenshot unten Neongrün markierte Schaltfläche). Weitere Hinweise – speziell zur Konfiguration virtueller Server – findest du in der Cherokee Dokumentation.

Cherokee Web UI vServers

Quellen/Sources: Definiere die Ressourcen, die Informationen bereitstellen. Zum Beispiel PHP.

Erweitert/Advanced: Hier werden die komplexesten Parameter des Servers und die Interaktion mit dem Betriebssystem konfiguriert. Wenn du dir bezüglich einer der Optionen hier nicht sicher bist, nutze default-Werte. Diese sollten gut funktionieren.

Fazit

Top! Du weißt nun wie du dir mit Cherokee in wenigen und unkomplizierten Schritten einen Webserver alternativ zu Apache auf deinem Ubuntu installieren kannst. Viel Fun bei der Nutzung deines neuen Webservers! 🙂

Der Apache HTTP Server sollte dir als einer der meistbenutzten Webserver im Internet etwas sagen und wir stellen in unserem Tutorial Apache2 auf Ubuntu 16.04/18.04 installieren und u.a. auch in unserem Tutorial LAMP-Server mit PHP 7 und Apache 2.4 auf Ubuntu 16.04 installieren bzw. alternativ hierzu im Tutorial LAMP-Stack auf Ubuntu 18.04 LTS mit PHP […]

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