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Migration kritischer Arbeitsprozesse in die Public Cloud

Datum: 27.02.2019

Die Frage ist nicht ob sondern wann!

Die größte Schwierigkeit bei der Migration von kritischen Workloads ist es überkommene Strukturen aufzubrechen und eine funktionierende, sichere und kontrollierte Planung und Umsetzung ohne Downtime zu erarbeiten. Die Vorteile einer Cloud-Lösung sind das Risiko allerdings wert, denn es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass es in der Regel rentabler und sicherer ist Workloads in der Cloud zu managen. Auf was Sie bei der Migration achten müssen und welche Stolpersteine entstehen, zeigen wir Ihnen im nachfolgenden Artikel.

Vorteile

Eine Migration ist immer mit Risiken behaftet. Warum also diesen doch so arbeitsintensiven Weg gehen? In mehreren Umfragen und Studien hat sich gezeigt, dass eine Public Cloud Lösungen verschiedenste Vorteile im Hinblick auf Technik, Kosten, Sicherheit und Verfügbarkeit bietet.

Verantwortung delegierenDazu gehören u.a. eine globale Verfügbarkeit, eine höhere Agilität einhergehend mit Kosteneinsparungen bezogen auf die TCO (Pay-as-you-go) bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung. Gerade die größere Agilität kann zu einer Steigerung der Innovationsgeschwindigkeit führen und somit die zukunftsfähigkeit des Unternehmens steigern. Daher ist die Frage weniger ob sondern wann Sie Ihre kritischen Workloads in die Public Cloud migrieren.

Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil vor allem auf Managementebene ist die Delegation der Verantwortung. So ist der Dienstleister für die Verfügbarkeit, Sicherheit und Funktionalität der Cloud-Infrastruktur maßgeblich verantwortlich, die Kontrolle bleibt jedoch zu jedem Zeitpunkt inhouse. Diese Externalisierung ist gerade für Unternehmen mit begrenzten personellen Kapazitäten in der Tiefe sowie in der Breite ein großer Vorteil. Der Cloud-Provider bietet hier im Idealfall einen klaren und direkten Ansprechpartner.

Vorteile der Migration erläutert am gridscale Kunden Butlers

Im Zuge der Planinsolvenz des Kölner Deko-Spezialisten Butlers und als Teil der Sanierungsstrategie bestand ein Ziel darin die Komplexität der IT-Infrastruktur zu reduzieren um zum einen Kosten einzusparen und zum anderen die Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen.

Die IT-Infrastruktur erhält Datenströme aus dem Butlers-Webshop, den Plattformen, den eigenen Ladengeschäften und den Bestellsystemen von Handelspartnern. Die Komplexität wird nochmals gesteigert durch die enormen Schwankungen im Datenverkehr des Einzelhandels: so reichen die Datenbank-Transaktionen zwischen 5.000 und 12.000 pro Sekunde. Diese Schwankungen werden nicht etwa mit dauerhaft bevorrateten IT-Kapazitäten abgefedert sondern mit on-the-fly-Skalierung und auto scaling sekundenschnell angepasst. Gleichzeitig werden die Lagerhaus-Server bspw. um 16:00 runtergefahren und Butlers bezahlt nur die tatsächlich genutzten Ressourcen.

Die Migration an sich plus die Konfiguration von 17 Servern zu gridscale hat das dreiköpfige Projektteam lediglich eineinhalb Tage Arbeit gekostet. Ergebnis: Die Insolvenz ist beendet und das Unternehmen saniert. Mehr noch, Butlers wächst wieder, online und offline.

Herausforderungen

Bei der Migration von kritischen Arbeitsprozessen gibt es mehrere Stolpersteine die es zu beachten gilt. So darf es bspw. weder bei der Migration noch beim späteren Betrieb zu einer Downtime kommen. Um dies zu vermeiden, sollten Sie einige Punkte auf Ihrem Weg in die Cloud beachten. Wichtig ist vor allem das konsistente Data-Monitoring anhand von definierten KPIs während des gesamten Migrationsprozesses. Faktoren auf die ein besonderes Augenmerk gelegt werden sollte sind: Latenz, Cloud-Sicherheit, rollenbasierte Zugangssicherung, individuelle Netzwerkkonfigurationen, Durchsatz und Performance.

Planung

Bevor Sie tatsächlich mit der Migration starten, sollten Sie zuerst die (unternehmens)kritischen Workloads identifizieren, sowie die Anforderungen der Systeme und des Unternehmens an die Cloud-Umgebung evaluieren. Hierbei sollten alle Bestandteile der zu migrierenden Workloads berücksichtigt werden: physische und virtuelle Server, Datenbanken, Ressourcenmanagement, Netzwerke, Storages, APIs und Datenformate.

Zusätzlich ist beispielsweise eine Gegenüberstellung der Kosten und Aufwände einer Managed Public Cloud gegenüber einem Eigenbetrieb (unter allen Gesichtspunkten: mehr Verantwortung, Service-Verträge mit Hardwarelieferanten etc.) und eine ehrliche Einschätzung des eigenen Know-Hows sinnvoll.

Bei der Suche nach einem passenden Provider bzw. der richtigen Cloud-Lösungen kommt es natürlich primär auf die unternehmerischen und technischen Anforderungen an. Die Lösungen können dann ganz unterschiedlich aussehen. So mag für bestimmte Anwendungsfälle eine Private Cloud, eine Public Cloud, ein Managed Cloud Server oder eine Hybrid Cloud sinnvoll sein.

Praxis-Tipp: Die Hybrid Cloud hat neben vielen Vorteilen, wie bspw. die Absicherung besonders sensibler Daten in der Private Cloud, auch den Nachteil, dass hierbei eine komplexe IT-Infrastruktur notwendig ist um die Kommunikation zwischen den einzelnen Systemen zu gewährleisten

Sind die eigenen Rahmenbedingungen geklärt und ein perfekter Cloud-Service-Provider gefunden, ist ein Migrationsplan (Roadmap) unabdingbar. (Alle Punkte finden Sie am Ende dieses Beitrags in unserer praktischen Checkliste). Dieser sollte die erforderlichen Arbeitsschritte, die benötigten Ressourcen, das Monitoring sowie die Zuständigkeiten und Pflichten intern sowie extern definieren. Zudem zeigt die Erfahrung, dass ein Review am Ende des Prozesses bzw. auch schon nach definierten Milestones hilfreich sein kann um die Abläufe für kommende Migrationen zu verbessern. Folgend noch einmal die empfohlenen Schritte ausführlich und chronologisch sortiert.

Migration

Sobald die Roadmap definiert ist, kann die tatsächlich Migration beginnen. Während des Prozesses muss gewährleistet sein, dass eventuelle Probleme und Roadblocks die in der Planung und Vorbereitung nicht vorhersehbar waren reaktiv on-the-run aus dem Weg geräumt werden können. Eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Cloud-Provider ist hier besonders wichtig.

Praxistipp: klären Sie im Vorfeld die Verfügbarkeit Ihres eigenen Teams sowie die des Providers zum Zeitpunkt der Migration.

Bei der tatsächlichen Migration sollte man schrittweise vorgehen und zuerst nicht-kritische Workloads umziehen um die Funktionalität des Prozesses zu testen. Nach positiver Migration der Testsysteme können die Hauptprozesse deployed werden.

Monitoring & Review

Nach der Migration stehen mit der Validierung der Cloud-Verbesserung (Erfolgreiche Nutzung des Cloud-Services bestätigen) und einem Akzeptanztest (One-Premises-Performance vs Cloud Performance) noch zwei wichtige Aufgaben an um den Erfolg der Migration zu messen.

Checkliste Migration kritischer Worklaods

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