Der deutsche Mittelstand und die Public Cloud

Datum: 20.12.2015

Um als mittelständisches Unternehmen bestehen zu können ist eine klare Strategie wichtig, die mit unterschiedlichen Herausforderungen umzugehen weiß.

Digitalisierung, Internationalisierung, Innovation oder Fachkräftemangel benötigen verlässliche IT-Infrastrukturen und Systeme damit das Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben kann. So entstehen Anforderungen, an eine IT-Infrastuktur und an die potentielle Cloud- Lösung, die genauso vielfältig ist, wie der Mittelstand selbst.

Eine Möglichkeit trotz dieser Herausforderungen konkurrenzfähig zu bleiben, bietet die Public Cloud. Warum Public Cloud Computing genutzt wird und warum die Umstellung manchmal schwer fallen kann, wird im folgenden Text näher erläutert.

85% der Mittelständler befassen sich mit Cloud Computing

Crisp Research hat bei deutschen Mittelständlern nach dem aktuellen und zukünftigen Einsatz von Cloud Computing gefragt. Es antworteten überwiegend CIOs, IT-Leiter sowie Geschäftsführer.

Niemals zuvor war der Anteil an Unternehmen größer, die sich intensiv mit dem Thema Public Cloud auseinandersetzen und fest in ihre weitere Unternehmensplanung einbauen. Über 85% der Unternehmen gaben an, sich in der „Phase der aktiven Planung und Implementierung oder bereits im produktiven Betrieb von Cloud-Services und -Technologien“ zu befinden.

Unter den strategischen Gründen für eine Public Cloud sind in erster Linie die steigenden Kundenanforderungen zu nennen. Dicht gefolgt von der hohen Innovationsgeschwindigkeit, die mit herkömmlicher IT nur schwer zu erreichen ist. So kann in spätestens zwei Jahren der Verzicht auf die Cloud zu einem ernsten Wettbewerbsnachteil führen.

Vorteile der Public Cloud für KMU

Nach Analysen von Gartner oder der International Data Cooperation (IDC) setzt sich in Deutschland die Überzeugung durch, dass Cloud Computing einen signifikanten Beitrag zur Steigerung von Produktivität leistet. So steht Public Cloud für Innovation, Agilität und Geschwindigkeit. Sie repräsentiert damit die sogenannte Dynamic IT.

Durch die Verlagerung der IT nach außen wird den Unternehmen die Möglichkeit gegeben professionelle Cloud Services zu nutzen. So können zum Beispiel mithilfe von Cloud Computing wichtige Compliance-Fragen beantwortet werden. Die dadurch vereinfachten und verkürzten Bereitstellungszeiten neuer IT-Infrastrukturen ermöglichen den Unternehmen Kosten zu sparen und so technologisch konkurrenzfähig zu bleiben.

Public Cloud mit höherem Sicherheitsniveau

Während einer Studie des britischen Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne, wurden 800 IT-Entscheider aus Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern nach ihren Einschätzungen bezüglich Cloud Computing befragt. Die meisten der befragten Unternehmen versprechen sich eine höhere Sicherheit durch die strategische Neuausrichtung ihrer IT. Für Deutschland und die Schweiz lagen die Werte sogar noch etwas höher als im übrigen Europa.

Dies ist dadurch begründet, dass deutsche Cloud-Anbieter in nahezu allen Public Cloud Infrastrukturen höhere Sicherheitsmaßnahmen vorweisen können, als es in der üblichen Unternehmens-IT der Fall ist. Die große Bedeutung der Cloud Security, basiert auf der gesetzlichen Empfehlung, strenge Sicherheitsnormen ein zu halten. Dies führt dazu, dass die deutschen Lösungen zu den Sichersten überhaupt gehören.

Zu den strengen Sicherheitsmaßnahmen gehören vor allem präventive Maßnahmen, überwachende oder korrektive Kontrollen und post mortem Analysen. Mehr Infos zur Cloud Security gibt es auch in unserem ausführlichen Artikel.

Der Umstieg zur Public Cloud

Größere Unternehmen sind in der Vergangenheit häufiger das finanzielle Risiko eingegangen, in eine Private Cloud zu investieren. Viele dieser Investitionen befinden sich noch in der Abschreibung und werden erst in den kommenden Jahren ersetzt. Doch mittelständische IT-Entscheider haben bereits verstanden, dass eine reine Private Cloud Umgebung schnell an ihre Grenzen stößt.

Der Ein- bzw. Umstieg zur Public Cloud sollte objektiv, mit allen Vor- und Nachteilen abgewogen werden. Hier können auch professionelle IT-Beratungen bei der Entscheidungsfindung helfen. Wichtig zu wissen ist, dass nicht jede Anwendung, etwa aus Gründen der Compliance, in eine Public Cloud ausgelagert werden kann. So sollte im Vorfeld analysiert werden welche Applikationen bereits cloudfähig sind und welche noch angepasst werden müssen. Fällt dann die Entscheidung für eine Public Cloud positiv aus, kann die Unternehmens-Infrastruktur in Zusammenarbeit mit dem Cloud Hosting Provider migriert werden.

Der Standort spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl eines Public Cloud Anbieters. Zwar haben fast 82% der an der Befragung teilgenommenen Firmen Erfahrungen mit Amazons (AWS) Angeboten, vertrauen ihre unternehmenskritischen Daten jedoch lieber einem im Inland sitzendem Cloud-Anbieter, ohne US-amerikanische Wurzeln an.

Um herauszufinden, welche Prozesse ausgelagert werden können und was damit erreicht werden soll, müssen die verschiedenen Ebenen und Bereiche des Unternehmens die gleichen Zielvorstellungen haben. Außerdem sollten die Workloads, die zukünftig in der Public Cloud liegen, klar definiert sein. Nur so lässt sich sicherstellen, dass alle beteiligten Parteien mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Was können KMUs jetzt tun?

Unternehmen, die an einem Ein- oder Umstieg zu einer Public Cloud interessiert sind sollten herausfinden wofür genau sie eine Cloud brauchen. Sie sollten sich im klaren darüber sein, welche Prozesse ausgelagert werden können und welche dafür noch vorbereitet werden müssen. Welche Konsequenzen und konkreten Maßnahmen können CIOs und IT-Verantwortliche veranlassen, um ihr Unternehmen für den Einsatz aktueller Cloud-Technologien vorzubereiten?

Neben der Weiterbildung eigener Mitarbeiter und einer klaren Pro-Cloud-Strategie ist es notwendig die „Cloud-Readiness für existierende Applications“ zu erfassen. Die meisten Anwendungen lassen sich problemlos in einen Cloud-Workload verschieben.

Die Strategie, die mit der Public Cloud verfolgt wird, sollte in verschiedenen Bereichen des Unternehmens klar kommuniziert werden. Außerdem wäre es von Vorteil, wenn alle Bereiche des Unternehmens diesbezüglich an einem Strang ziehen. So wird verhindert, dass falsche Erwartungen an die Cloud zu Enttäuschungen führen.

Ist das geklärt sollten sich die Unternehmen über die verschiedenen Cloud Anbieter informieren. Welcher Anbieter passt am besten zu den Bedürfnissen des Unternehmens? Vielleicht passt ein deutscher Anbieter besser als ein amerikanischer?

Es bleibt also spannend um das Thema Public Cloud Computing im deutschen Mittelstand.


Michael Balser

Michael Balser | Research & Development
Michael ist als CPO die zentrale Anlaufstelle für unsere Produkte die gridscale zu gridscale machen – von der Idee und Umsetzung bis hin zur Pflege vorhandener Produkte. Seit mehr als 12 Jahren in der Hosting-Industrie konnte er immer wieder mit einem "geht sehr wohl" Ideen umsetzen, bei denen andere nur ein "geht nicht" und "haben wir immer schon so gemacht" sehen.

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